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Sie fragen sich, was die Symbole mit der Aufschrift "W3C" unten auf jeder Seite bedeuten?
Zu Beginn der Industrialisierung fertigte jeder Hersteller von z.B. Schrauben seine Produkte wie er es für sinnvoll hielt.
Die Folge: Eine Schraubenmutter passte nicht zum Gewinde eines anderen Produzenten.
Um 1870 entwickelten in Deutschland staatliche Stellen verbindliche Normierungen für so ziemlich jedes technische Gerät. Ersatzteile und Werkzeuge waren nun austauschbar, die Grundlage für das Qualitätssiegel "Made in Germany" geschaffen.
Geschichte wiederholt sich: Auch die beiden grossen Entwickler von Browsern, die Firmen Netscape und Microsoft, definierten zueinander zum Teil nicht kompatible Standards, nach denen Internet-Seiten auf dem Bildschirm des Surfers angezeigt wurden.
Die Folge: Genervte Webmaster, die für jede Seite zwei angepasste Versionen entwickeln mussten. Die Wirtschaft hatte die doppelten Entwicklungskosten zu finanzieren.
Diesmal hat es ein weltweites Gremium, das World Wide Web Consortium (W3C) (neues Fenster), übernommen, einheitliche Regeln zu entwickeln um damit die in der Vergangenheit vorherrschende Marktspaltung zunehmend zu verhindern.
Dies wird durch einen Konsens innerhalb der Industrie und durch die Ermunterung zu öffentlichen Diskussionen erreicht.
Erfreulicherweise setzen sich die Standards des W3C immer mehr durch. Wer sie im Bereich Webdesign berücksichtigt, kann sicher sein, dass seine Ergebnisse auch von den verschiedensten Ausgabegeräten (unterschiedliche Betriebssysteme, Screenreader, Braillezeile) heute und in Zukunft korrekt angezeigt werden.
Nun sollte deutlich geworden sein, was die Symbole zu bedeuten haben. HTML und CSS sind zwei Standards, deren Einhaltung sofort online geprüft wird, sobald man auf das Symbol klickt. Probieren Sie es aus:
Manchmal lässt es sich nicht umgehen, dass der Validator, so heissen die Online-Prüfwerkzeuge, einen Fehler bemängelt. Nämlich dann, wenn man mit einem nicht standardgemässen Trick einen Fehler eines Browsers ausgleichen will oder muss.
Wenn man in der Lage ist, die Folgen abzuschätzen, dann ist es also durchaus erlaubt, die Regeln zu brechen.
Für Sie bedeutet das: Wer sich selbstbewusst mit den Symbolen schmückt und diese zu den Validatoren verlinkt, ist offensichtlich dazu in der Lage, standardkonforme Internet-Präsenzen zu gestalten. Zeigt ein Validator einen Fehler an, dann sollte der Webmaster zumindest in der Lage sein zu erläutern, warum dies nicht vermeidbar ist.
Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung
(Anforderung 3.2):
"Mittels Markup-Sprachen geschaffene Dokumente sind so zu erstellen und zu deklarieren, dass sie gegen veröffentlichte formale Grammatiken validieren."
Natürlich ist es auch möglich, den Feinschliff zu vernachlässigen, schliesslich sind heutige Browser sehr fehlertolerant. Deutlich schlankere Browser für mobile Anwendungen (z.B. Stichwort Internet im Auto) haben allerdings keine Ressourcen, um Fehler rechenintensiv glattzubügeln. Qualität heisst auch, in die Zukunft zu blicken. Das galt 1870 und das gilt heute.
Testen - nein - validieren Sie jetzt:
Die auf diese Präsenz genutzte blaue und schlankere Variante der W3C-Grafik unterscheidet sich, bis auf die Optik, nicht von den offiziellen Buttons.